Wenn ich mir doch Gedanken darum mache, wie man zu neuen Ideen für immer neue Geschichten generiert und wie man diese Geschichten dann gut aufschreibt, dann muss ich mir auch Gedanken dazu machen, wie ich mit all meinen alten Geschichten umgehe. Ich bin noch nicht bereit dazu, loszulassen, denn einiges daran war wirklich gut. Also wie fange ich es am besten an?
Frage eins muss demnach lauten: Was war meine erste Intention, als ich die Idee hatte, daraus eine lange, lange, lange Geschichte zu machen, um zum Ursprung zurückzukehren.
Wenn ich das ergründet habe, dann sollte ich die Technik der zwei Fragen anwenden, um mir einen „Fahrplan“ zu erstellen, wie wir von A nach B und letzten Endes auch noch nach C, also an das Ende der Geschichte kommen.
Ich habe heute erkannt, warum ich kurze Geschichten oder Episoden gut schreiben kann, und dabei nicht in der Lage war, längere Geschichten, also Romane zu erschaffen. Sind es nicht einfach nur eine bestimmte Menge kleiner Episoden, sprich den einzelnen Szenen, aneinander gereiht? Dabei kommt es mir vor wie bei einer Anfrage an den Sender Jerivan: Muss ein kommunistischer Leiter auch kommunistisch leiten? Gegenfrage: Muss ein Zitronenfalter denn auch wirklich Zitronen falten?
Ich habe meine Kurzgeschichten in meiner Geschichtenerzähler-Küche in einem Herd zusammen gekocht, alles in einem Topf. Hiervon ein bisschen, die Figuren, davon ein bisschen, die Schauplätze und ein paar Gewürze, fertig ist der Geschichten-Eintopf, Reddy to use. Kann man so weg-snacken. Ein Roman ist aber mehr so das ganze Menü! Das kann man nicht alles in einem Topf kochen! Es braucht Schüsseln, Siebe, Schneebesen. Es muss ein Amusegöll geben und einen Pudding am Ende.
Jetzt hab ich also die Aufgabe, ein Menü zusammen zu stellen und kann gar nicht richtig kochen. Oder vielleicht doch?













